Was jetzt im ZDF zu sehen war, grenzt schon sehr stark an Geschmacklosigkeit. Eigentlich ist die Sendung von Johannes B: Kerner sehr sehenswert. Um die Einschaltquote zu erhöhen hat man sich nun doch entschlossen Eva Herman einzuladen.

Ihr sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich über ihre Aussagen äußern zu können. Leider fanden sich neben ihr nur Drittklassige (Möchtegern-)Prominente ein, die ihre Chance nutzten, um sich endlich wieder einmal zu profilieren.

Obwohl Frau Herman sich mehrfach vom Nationalsozialismus distanziert und versucht hatte, den eigentlichen Sinn ihres Buches darzustellen, schwenkte man freudig mit der Faschismus-Keule. Von vornherein wurde ihr unterstellt den Nationalsozialismus gutzuheißen. Auch ein „Sachverständiger“ war anwesen und gab den Zuschauern nochmals Geschichtsunterricht.

Die Zuschauer konnten zumindest ein Stück Wahrheit sehen. Erst auf das Drängen Frau Hermans wurde ein Tondokument abgespielt, welches die gesamte Passage ihrer Rede enthielt. Leider verweigert sich RTL einen TV-Mitschnitt der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Warum auch – mit der Faschismuskeule schwingend kann man ja mehr Geld verdienen!

Eindeutig sprach sie von „früher“, also keine genau bestimmte Zeit. In Deutschland scheint „früher“ also immer die Bedeutung der Jahreszahlen 1933-1945 zu haben.

Ebenso wurde ihr unterstellt, rein aus  kommerziellen Gründen gehandelt zu haben. Daß Frau Herman ihre Arbeit verloren hat, fand man schon fast amüsant. Alles in allem hatte diese Sendung nur einen Zweck: Frau Hermann vorzuführen und zu diskriminieren. Wie das Grundgesetz in Deutschland geachtet wird, zeigte sich gestern Abend.
Eva Herman wurde letzten Endes sogar der Sendung verwiesen, als sie sich rechtfertigte mit dem Satz: „Wenn man nicht über Familienwerte der Nazis reden dürfe, könne man auch nicht über die Autobahnen sprechen, die damals gebaut wurden.”

Öffentlich Rechtliches Fernsehen ist längst zur Schande geworden.

Schade ist, daß Frau Herman das gleiche Spiel, das mit ihr getrieben wird, mit der NPD treibt. Sie muß nicht allen Positionen der Nationaldemokraten zustimmen. Sie sollte jedoch so ehrlich sein, Überschneidungen zu nennen. Statt allgemeine Floskeln zu verbreiten, die sie bei den anderen Diskutanten kritisierte, könnte sie dann auch bei der Kritik der NPD Fakten nennen.

Michael Knobloch