Bundespolitik 07 Sep 2007
Das Märchen von der frühkindlichen Bildung
Mit dem vorgestern gefaßten Beschluß zum Kinderbetreuungsfinanzierungsgesetz, welches allein in den ersten Jahren den Bund 4 Mrd. Euro kosten wird und danach jährlich 770 Mio., sollen nun 500.000 neue Krippenplätze für unter 3-Jährige Babys und Kleinkinder entstehen. Kritiker, wie das Familiennetzwerk, halten diese Zahl für viel zu hoch.
Verhöhnt werden Eltern, wenn im Familienministerium davon gesprochen wird, daß auf die Qualität der Betreuung, die den hohen Anforderungen der Eltern entsprechen soll, geachtet werden würde. Jetzt schon arbeiten in Kindertagesstätten sogenannte „1-Euro-Jobber“ und auch Ex-Häftlinge. Ohne solche Kräfte kommen die überlasteten Kindergärtnerinnen gar nicht mehr aus.
“Warum aber Kindern in Krippen eine vermeintliche frühkindliche Bildung besser zu teil werden soll, als zu Haus, ist nicht nachvollziehbar”, so Stella Palau, Leiterin des Referats Familienpolitik der NPD heute in Berlin. “Je nachdem wie es gerade paßt, spricht Frau von der Leyen einerseits gern von den bildungsfernen Familien, deren Kinder besser in der Krippe aufgehoben wären, andererseits wird von jungen Eltern gesprochen, die so gern arbeiten gehen würden – nur die Kinder, die stehen dem im Weg. Ob junge Menschen wirklich Mut zu Kindern oder besser Lust auf Kinder bekommen, wenn sie wissen, daß sie sie möglichst schnell wieder abgeben sollen, um Geld verdienen zu können, bleibt fraglich. Auch viel zitierte Zahlen aus Nachbarländern sind kritisch zu betrachten. Wie oft hört man hingegen ältere Menschen zu jungen Müttern mit Kleinkindern sagen: „genießen sie diese Zeit, die werden so schnell groß!”. Genießen bedeutet intensiven Kontakt und benötigt viel Zeit.
Auch Kinderarmut soll laut von der Leyen mit den neuen “Wunder-Maßnahmen” bekämpft werden. Würde diese jedoch nur durch die fehlende Möglichkeit der Mütter, in den ersten drei Lebensjahren ihres Babys arbeiten zu gehen, verschuldet sein, wäre es kein echtes Problem. Kinderarmut hat andere Gründe, als fehlende Krippenplätze. Niedrige Löhne, langzeitarbeitslose Väter, alleinstehende Mütter und unzureichende finanzielle Würdigung der Arbeitsleistung von Eltern sind die Ursachen für solche dramatischen Entwicklungen. Diese Probleme lassen sich mit Hilfe der Familienpolitik schwer lösen.“
“Es ist jedoch nach wie vor eine bodenlose Frechheit”, so Stella Palau weiter, “zu behaupten, daß Eltern nun die Freiheit hätten, zu entscheiden, inwieweit sie ihr Kind zuhause selbst betreuen wollen oder ob eine Tagesmutter oder Kita diese verantwortungsvolle Aufgabe stundenweise für sie übernehmen kann “, wie es in der Pressemitteilung des Familienministeriums zu lesen war. “Welche Wahl haben denn Frauen, wenn sie sich für die Erziehung ihres Kleinkindes entscheiden? Sie verzichten zu Gunsten einer gesunden Entwicklung ihrer Kinder auf Einkommen, obwohl sie eine enorme Leistung für die Gemeinschaft vollbringen. Ein Krippenplatz kostet ca. 800-1.000 Euro im Monat. Dieses Geld kann auch an erziehende Mütter gezahlt werden!” Die NPD fordert die Einführung eines sozialversicherungspflichtigen Müttergehaltes.
30% der Krippenplätze sollen von Tagesmüttern gestellt werden, die fast nie eine pädagogische Ausbildung haben – aber dennoch bis zu fünf Kleinkinder gleichzeitig besser oder genauso gut fördern können soll, wie eine Mutter. Da hilft auch eine geplante verbesserte Ausbildung der Erzieher nicht. Babys und Kleinkinder benötigen Zuwendung und Liebe, Geborgenheit und Hilfestellung. Die NPD fordert, erst einmal die Qualität der Betreuung der 3-6 Jährigen und dann der Kinder im Hort auf ein den berechtigten hohen Anforderungen der Eltern entsprechendes Maß anzuheben, bevor man Babys und Kleinkinder wegorganisiert! Zudem sollte für deutsche Familien die Nutzung von Kindergärten für Kinder ab drei Jahre kostenlos sein.
Berlin, 07.09.07
Stella Palau
Referat Familienpolitik
Quelle: npd.de
